Gestern hab ich eine Shoppingtour durch Holland gemacht. Eingereist bin ich von Münster aus via Landstraße, was zwar landschaftlich sehr schön ist, aber mindestens zwei Ewigkeiten lang dauert. Angesichts des schlechten Wetters hat sich das nicht wirklich gelohnt... Irgendwann ging's dann doch auf die Autobahn, Richtung Ede, meinem ersten Scrap-Shop-Stop:
Scrappendoejezo. Statt, dass ich mir die Anfahrtsbeschreibung der Website mitnehme, hab ich mir 'ne Route im Internet ausdrucken lassen. Und damit stand ich TOTAL aufm Schlauch. Da stimmte irgendwie NIX dran. Und dann ich, die von Orientierung in Holland soviel Ahnung hat, wie eine Kuh vom Sonntag. Ohmann... Ich irrte also in und um Ede herum, bis ich irgendwann zufällig einen bekannten Straßennamen im Vorbeifahren erblickte (dazu muss ich sagen, das ich dringend eine neue Brille brauche und so gut wie blind bin, dieser Zufall grenzt also schon an ein Wunder!). Von da an bin ich wie ein Seefahrer nach Himmelsrichtung und Gefühl gefahren und plötzlich stand ich vor dem Laden. Erste Hürde genommen!
Zweite Hürde: legalen Parkplatz finden. In Ede gehört sozusagen jeder Parkplatz irgendeinem Berechtigten - und die zwei oder drei, die öffentlich beparkt werden dürfen, waren besetzt. Und gerade als ich eine nette junge Frau fragte, ob ich dort, wo ich stand, parken dürfe, sagte sie 'nein, aber da drüben wird grad einer frei' und schwupp, zweite Hürde genommen.
Dritte Hürde: im Laden nicht kollabieren vor lauter Staunen und Freude. Meine einzige Berührung bisher mit solchen Hobby-Ausstattern hatte ich nur in der StempelBar in Berlin (wo wir mal einen halben Tag zugebracht haben und noch nicht fertig waren, aber dann schloss der Laden *g*) und auf Messen. Aber so ein ganzer Laden voll mit Scrapsachen, mit richtig schicken Möbeln und netter Atmosphäre, das ist ja doch nochmal ganz anders. Inzwischen war es auch schon ein Uhr, ich war bereits seit 5 Stunden unterwegs (ich hatte zuvor meinen Sohn nach Münster ins Schwimmpfingstlager gebracht) und so konnte ich gemütlich staunen, shoppen, streicheln, ausruhen. Die Leute dort sind sehr sehr freundlich und aufmerksam. Zweimal wurde mir Tee oder Kaffee angeboten, man hat mich auf englisch beraten und der Besitzer (?) hat sich am Schluss ausführlich mit mir über die deutsche Scrapshoplandschaft unterhalten - auf deutsch. Ich freu mich schon, denn Scrappendoejezo nimmt dieses Jahr am Stempelmekka in Hagen teil, da sehe ich diese netten Menschen dann mit hoffentlich großer Shoppingauswahl (sie haben einen 12 m² Stand gemietet, das ist schon reichlich, find ich) wieder.
Und dann hieß es weiterfliegen Richtung Elst, wo sich ein Laden namens
'Do it creatief' befinden soll. Leider hab ich recht schnell die Orientierung verloren und mich derart verfranst in den ganzen seltsamen Autobahnen, dass ich dieses Vorhaben von meiner Liste gestrichen habe, weil ich unbedingt noch nach Heesch in den
Scrapbookwinkel wollte. Die Website von Do it creatif hat mich nun auch nicht soooo überzeugt - kennt den Laden jemand und weiß, ob ich was verpasst hab?
Also kämpfte ich mich weiter durch dieses nette kleine Land mit einer diesmal viel besseren Wegbeschreibung. Ich habs auf Anhieb gefunden :-) Leider war es inzwischen halb fünf und die Geschäfte schließen samstags um fünf :-( Als ich den Laden betrat, war sofort klar, dass da nur gezieltes Suchen und Finden angesagt ist, denn zum Stöbern ist der Laden viel zu umfangreich ausgestattet für eine halbe Stunde Zeit *g*. Insgesamt wirkt der Scrapbookwinkel auf mich aber eher nach einem Baumarkt für Frauen. Von Einrichtungs-Charme hab ich da jedenfalls nicht annähernd so viel gespürt wie bei Scrappendoejezo. Das Suchergebnis hat mich aber entlohnt, denn das Album, was ich in Ede nicht bekommen hatte, gab es hier - und die neue Junkitzpapiere, die sonst überall ausverkauft oder erst gar nicht zu kriegen sind, konnte ich auch ergattern. Mit 1,05 EUR pro Bogen allerdings nicht grad geschenkt.
Und das ist meine Beute des Tages:

Auf dem Rückweg hab ich direkt mal die Autobahn in die falsche Richtung genommen *stöhn* Das ist wirklich unbrauchbar, wenn man nicht weiß, welche der angezeigten Städte sich in welcher Richtung auf der Landkarte befinden. Ich brauch Nachhilfe in NL-Geographie *g* An einer Tankstelle hab ich mir dann eine kostenlose Übersichtskarte besorgt (sehr nette Frau dort in der Tankstelle, sie hat sich richtig Mühe mit mir gegeben und andere ZAHLENDE Kunden dafür warten lassen). Von da an lief's wie am Schnürchen und mein Auto und ich rollten vollbeladen mit neuen Schätzen gen Heimat.
Fazit: Scrapshoppen in Holland ist sehr ergiebig - und ich brauche eine Straßenkarte der Niederlande :-)